Das Nemzeti Atlétikai Központ (deutsch Nationales Leichtathletikzentrum) ist ein im Bau befindliches Leichtathletikstadion im IX. Bezirk (Ferencváros) im Süden der ungarischen Hauptstadt Budapest. Es wird für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2023 errichtet und soll zunächst 37.326 Plätze bieten. Nach der WM wird die Anlage am östlichen Ufer der Donau und nördlich der Insel Csepel für die Nachnutzung auf 14.531 Plätze zurückgebaut. Der Eigentümer wird der ungarische Staat und der Betreiber der ungarische Leichtathletikverband Magyar Atlétikai Szövetség (MASZ).
Nemzeti Atlétikai Központ | ||
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Die Baustelle im Oktober 2021 | ||
Daten | ||
Ort | Hajóállomás utca 1 Ungarn ![]() | |
Koordinaten | 47° 27′ 48″ N, 19° 4′ 12″ O47.46333319.07 | |
Eigentümer | Staat Ungarn | |
Betreiber | Magyar Atlétikai Szövetség (MASZ) | |
Baubeginn | Dezember 2020 | |
Eröffnung | 2023 | |
Oberfläche | Naturrasen | |
Kosten | 100 Mrd. HUF (rund 310 Mio. Euro) | |
Architekt | NAPUR architect kft. (Ferencz Marcel und György Détári) | |
Kapazität | 37.326 Plätze (LA-WM 2023) 14.531 Plätze (nach Rückbau) | |
Veranstaltungen | ||
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Lage | ||
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Die Pläne des Architekturbüros NAPUR architect kft. mit den führenden Architekten Ferencz Marcel und György Détári waren ursprünglich als Olympiastadion gedacht.[1] Budapest bewarb sich für die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2024. Nach dem Bekanntwerden im Juli 2015 zog die Stadt ihre Bewerbung im Februar 2017 aufgrund von schwindender Unterstützung und einer Bürgerbewegung, die doppelt so viele Unterschriften wie benötigt für ein Referendum sammelte, zurück. Für die Bewerbung zu den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2023 ließ man die Pläne von NAPUR architect für die Weltmeisterschaften und die Nachnutzung anpassen. NAPUR architect war schon für die Schwimmhalle Duna Aréna verantwortlich.[2] Zunächst sollte die Olympische Arena 55.000 Plätze bieten, wurde dann auf 40.000 reduziert. Äußerlich erinnert der Entwurf mit ihrer Dachkonstruktion an die Heinz-von-Heiden-Arena in Hannover. Wenn der Oberrang abgetragen wurde, wird die Grundfläche des späteren Sportstadions eine kreisrunde Form haben. In den ersten Plänen sollte beim Rückbau das Dach entfernt werden. Dies hat man verworfen und über dem Stadionrund wird das Dach mit einer Zugseilkonstruktion, wie es im modernen Stadionbau häufig vorkommt, versehen, die ein transluzentes Material wie Polycarbonat über die Zuschauerränge spannt. Das Stadiongelände soll nach der Weltmeisterschaft öffentlich zugängliche Freizeit- und Jugendsportbereiche bieten.[3] Der Bau sollte noch 2019 starten. Die Kosten werden auf 100 Mrd. HUF (rund 310 Mio. Euro) geschätzt.[4][5]
Am 19. Februar 2020 startete die Ausschreibung für das Bauprojekt. Bis zum 18. März des Jahres konnten Vorschläge eingereicht werden. Die Ausschreibung umfasst auch die Umgestaltung des Donauufers, infrastrukturelle Aufgaben und die Landschaftsgestaltung um das Stadion, das zu einem Freizeitziel für die Bewohner werden soll. Es wurden konkretere Zahlen genannt. Es sollen 9600 Tonnen Baustahl verbaut werden. Das Dach wird eine Fläche von 25.000 m² abdecken. Das doppelstöckige Stadion soll zur Weltmeisterschaft 37.326 Plätze bieten. Davon sind 22.795 temporäre Plätze, die sich auf dem Oberrang befinden. Nach den Titelkämpfen wird dieser zurückgebaut und 14.531 Plätze bleiben erhalten.[6]
Der Bau begann im Dezember 2020 mit der Räumung des früheren Industriegebiets der VITUKI Hungary Kft. (Wissenschaftliches Forschungszentrum VITUKI für Umweltschutz und Wasserwirtschaft) und der Sprengung eines Hochhauses.[7][8]
Helsinki 1983 – Olympiastadion Helsinki | Rom 1987 – Olympiastadion Rom | Tokio 1991 – Nationalstadion | Stuttgart 1993 – Gottlieb-Daimler-Stadion | Göteborg 1995 – Ullevi-Stadion | Athen 1997 – Olympiastadion Athen | Sevilla 1999 – Olympiastadion Sevilla | Edmonton 2001 – Commonwealth Stadium | Paris/Saint-Denis 2003 – Stade de France | Helsinki 2005 – Olympiastadion Helsinki | Ōsaka 2007 – Nagai Stadium | Berlin 2009 – Olympiastadion Berlin | Daegu 2011 – Daegu-Stadion | Moskau 2013 – Olympiastadion Luschniki | Peking 2015 – Nationalstadion Peking | London 2017 – London Stadium | Doha 2019 – Khalifa International Stadium | Eugene 2022 – Hayward Field | Budapest 2023 – Nemzeti Atlétikai Központ | Tokio 2025 – Nationalstadion